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Sushma Koirala Memorial Hospital Header

Januar 2012


OP-Camp in Bayalpata
Seit Bestehen des SKM-Hospitals werden durch Ärzte und Schwestern des Hospitals unter Mitwirkung deutscher Gastmediziner bei Mitnahme der erforderlichen Ausrüstung für Diagnose, Anästhesie und Chirurgie medizinische Camps in entlegenen Gebieten Nepals durchgeführt. Hier werden Untersuchungen an einer großen Zahl von Patienten vorgenommen, kleinere Operationen vor Ort durchgeführt und schwerere Fälle an das SKM-Hospital weitergeleitet. In der Regel wird der Transport aus den entlegenen Gebieten dorthin vom Hospital organisiert.

Ein solches Camp wurde vom 19. bis 28. November 2011 in Bayalpata, einem kleinen Dorf in der Provinz Achham im Westen Nepals durchgeführt. Die Anästhesistin Dr.Christine Bär-Benzing nahm mit ihrer Anästhesieschwester Doreen Bierey an diesem Camp teil und hat einen interessanten bebilderten Bericht geschrieben. Durch einen Klick hier gelangen Sie zu diesem Bericht.


Dezember 2011


Der Bericht der Hospitalleitung über die Ereignisse des Jahres 2011
Jedes Jahr möchte das INTERPLAST-Projekt Nepalhospital seine treuen Spender über die Vorkommnisse, Erfolge und besonderen Ereignisse des abgelaufenen Jahres in Kenntnis setzen. Mit diesem Ergebnisbericht sollen die besten Wünsche für das Weihnachtsfest und für das neue Jahr übermittelt werden. Der gesamte Umfang des weihnachtlichen Jahresberichtes kann als pdf heruntergeladen werden.

» Download "Weihnachtsbrief 2011"


November 2011


Nach vielen Jahren mit Lippenspalte jetzt endlich operiert
Auch ältere Menschen zählen zu den Patienten des SKM-Hospitals. Ein 50-jähriger Mann aus einem kleinen Dorf, der sein ganzes bisheriges Leben durch eine breite Lippenspalte entstellt war, wurde nun von seiner Tochter ins Hospital gebracht. Sie hatte davon gehört, dass dort Menschen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten von erfahrenen deutschen Chirurgen operiert werden. Die Bilder, eines vor der OP, die beiden anderen unmittelbar nach dem Ziehen der Fäden, zeigen, dass er mit seiner Tochter den richtigen Weg gewählt hat. In ein paar Wochen wird man nur noch schwer seine damalige Fehlbildung erkennen können.


Oktober 2011


Neue Hilfsanlagen im Hospital
Eine Aktion des Rotary-Clubs Mönchengladbach, der unser Hospital schon seit mehr als 10 Jahren finanziell und personell unterstützt, ermöglichte es, drei wichtige Installationsmaßnahmen durchzuführen.

Durch die ständigen Stromabschaltungen des öffentlichen Netzes, die teilweise bis zu 14 Stunden am Tag dauern, ist ein Betrieb des Hospitals und der Operationssäle nur mit Hilfe einer Notstromversorgung möglich. Durch die fast ständige Nutzung war der alte Notstromgenerator nahezu verschlissen. Die Rotary-Spende ermöglichte die Anschaffung eines neuen Achtzylinder-Diesels mit Generator. Seit seiner Inbetriebnahme im Mai diesen Jahres ist er in der ersten 3 Monaten schon 280 Stunden im Einsatz. Dies zeigt überdeutlich, wie wichtig und notwendig diese Beschaffung war. Zu unserer eigenen Überraschung liegt der stündliche Dieselverbrauch unter 5 Liter, was für ein 60 kW-Aggregat sehr wenig ist und hilft, die laufenden Betriebskosten zu senken.

Zur Warmwasserversorgung und Heizungsunterstützung konnte eine Thermosolaranlage angeschafft werden die sehr effektiv ist und hilft, in den kommenden kalten Monaten deutlich Strom zu sparen. Die Anlage verursacht keine Betriebskosten.

Der bei der Aktion ebenfalls projektierte medizinische Kompressor zur Verbesserung der Gasversorgung in den Operationssälen und den Aufwachräumen wurde inzwischen von der Herstellerfirma kostenlos erneuert. Die zur Installation notwendigen weiteren Komponenten dieses Versorgungssystems konnten beschafft werden, sodass das Leitungssystem bis an die Op-Tische und die Betten in den Aufwachräumen fertiggestellt werden kann. Damit entfällt die umständliche Versorgung der Patienten mit Flaschensauerstoff am Bett, was auch immer ein Hygieneproblem mit sich brachte.


September 2011


Dres. Marlene und Hubertus Tilkorn im SKM-Hospital
Von seinen über 45 medizinischen Auslandseinsätzen für INTERPLAST hat Dr. Tilkorn mehr als 10 in Nepal absolviert, so wie auch im August 2011, als er über 3 Wochen lang zahlreiche Verbrennungsfälle und andere Unfallfolgen chirurgisch behandelte. Um derartige schwerwiegende Verbrennungsfälle zu vermeiden, werden als vorbeugende Maßnahme die offenen Feuerstellen durch geschlossene Lehmöfen (siehe Beitrag Dezember 2009) ersetzt.

Neben den häufigen Verbrennungen an den offenen Feuerstellen mehren sich aktuell die Unfälle durch elektrischen Strom, da die Stromkabel vielfach unsachgemäß verlegt wurden und oft Stromschläge bei dem Versuch auftreten, Strom aus den Versorgungsleitungen zu entwenden.

Dr. Hubertus Tilkorn wird stets von seiner Ehefrau, Dr. Marlene Tilkorn, begleitet, die vielfältige medizinische und insbesondere soziale Hilfe bei den Langzeitpatienten des SKM-Hospitals leistet.


August 2011


Beim Holzsammeln vom Bären angegriffen
Ein in den Bergen beheimateter Nepali namens Man Bahadur Khtari war vor 27 Jahren im Wald unterwegs, um das nötige Brennholz für das Feuer in seiner Hütte zu sammeln. Plötzlich wurde er von einem Bären von Hinten attackiert und dabei so verletzt, dass er Nase und Oberlippe komplett eingebüßt hatte. In seinem Dorf gab es keine medizinische Hilfe; 3 Monate dauerte es, bis die Wunden notdürftig verheilt waren. Im Sommer 2011 kam er ins SKM-Hospital. Dort wurde im Juni/Juli seine Oberlippe durch Dr. Jaswan und Dr. Santosh erfolgreich operativ wieder hergestellt. Beim Einsatz von Dr. Tilkorn im SKMH wurden alle Vorbereitungen getroffen, um seine Nase durch eine Epithese, ein künstliches Gesichtsteil, zu ersetzen. Dann wird er sich wieder unter Menschen wagen können.


Juni 2011


Jayarti Tamang wird schon 7 Jahre behandelt
Im Jahre 2004 kam Jayarti, damals 9 Jahre alt, zum ersten Mal ins SKM-Hospital und musste wegen schwerster Verbrennungen im Gesicht, an Brust und Händen operiert werden. Ihre Eltern wohnten weit vom Krankenhaus entfernt in den Bergen und konnten sich nicht um sie kümmern. Sie musste in den folgenden Jahren viele Male im Hospital operiert werden . In der Zwischenzeit lebte sie sehr ärmlichen Verhältnissen bei einer Familie im naheliegenden Dorf und kam täglich zum Verbandswechsel, zur Krankengymnastik und ging zum Schulunterricht. Jayarti lernte mit ihren verkrüppelten Händen, an denen alle Finger fehlten, zu schreiben und wurde eine fleißige Schülerin. Sie ist jetzt 16 Jahre alt und lebt mit einer anderen Patientin, Padan, im nächsten Dorf und besucht inzwischen die 9. Klasse der Dorfschule. Sie weiß, dass sie fleißig lernen muss, um eine Chance zu haben für ein selbständiges Leben.

Zusammen mit Frau Dr. Tilkorn besuchte sie ihren Bruder, der Lama (Mönch) im Tibetischen Kloster am Fuß des Swayambhunath ist.


Januar 2011


Vier nepalesische Ärzte unterstützen den medizinischen Direktor Dr. Jaswan Shakya
Nach der Ernennung von Dr. Jaswan Shakya (Facharzt für Chirurgie mit Weiterbildung zum Plastischen Chirurgen) zum medizinischen Direktor des SKM-Hospitals im Herbst 2009 ist es besonders wichtig, weitere nepalesische Ärztinnen und Ärzte so gut in plastischer Chirurgie auszubilden, dass sie verantwortungsvolle Aufgaben im Hospital übernehmen können. Anderenfalls wäre es nicht möglich, über 1000 Operationen im Jahr durchzuführen. Sie sind eine wichtige Voraussetzung dafür, das Hospital zukunftsfähig zu machen und die Nachhaltigkeit des Projektes zu erreichen. Zur Zeit arbeiten vier nepalesische Chirurgen als Assistenzärzte im Hospital.

Dr. Santosh Bikram Bhandari ist 32 Jahre alt. Er hat in China Medizin studiert und dort auch seine Facharztprüfung abgelegt. Vor seinem Eintritt ins SKMH im November 2009 hat er am Bir Hospital in Kathmandu gearbeitet. Unter der Anleitung deutscher Gastchirurgen hat er bereits anspruchsvolle Operationen durchgeführt und sich zu einem erfolgversprechenden Hoffnungsträger entwickelt. Dr. Santosh ist verheiratet und hat eine Tochter.

Die Ärztin Dr. Rojina Shilpakar ist 26 Jahre alt und noch zu haben. Sie hat ihr Medizinstudium in Bangladesh absolviert und vor ihrem Eintritt ins SKMH im Oktober 2010 im KIST Medical College und im Bir Hospital in Kathmandu gearbeitet. Sie ist im Operationssaal, in der Notaufnahme und auf der Krankenstation tätig.

Dr. Manohar Kumar Yadav ist 28, hat in Kathmandu studiert und ist nach seinem Studium im Oktober 2008 zum SKMH gekommen. Unsere Mund-Kiefer-Gastchirurgen führen ihn an das Fachgebiet der Operation von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten heran. Er arbeitet im OP und auf der Krankenstation und ist noch nicht verheiratet.

Auf dem linken Bild sind (v. l.) Dr. Rojina, Dr. Manohar und Dr. Santosh abgebildet.

Der Chirurg Dr. Sawant Raut hat in Kathmandu studiert und gehört seit Oktober 2008 zum SKMH, wo er im Operationssaal, in der Notaufnahme und auf der Krankenstation tätig ist. Er ist 27 Jahre alt und ledig.

Dr. Sawant ist auf dem rechten Bild (Mitte) zusammen mit Dr. Rojina und Dr. Santosh bei der Behandlung eines kleinen Patienten abgebildet.

Es mag vielleicht verwundern, dass viele nepalesische Ärzte ihre Ausbildung in China, Bangladesch oder auch in Indien oder Russland gemacht haben. Der Grund liegt in den extrem hohen Studienkosten in Nepal, die einen Grundbetrag für die Universität sowie umfangreiche Semestergebühren erfordern und nur in seltenen Fällen von den Studierenden aufzubringen sind.


Dezember 2010


Unser Bericht über die Ereignisse des Jahres 2010
Wie in jedem Jahr möchte das INTERPLAST-Projekt Nepalhospital seine treuen Spender über die Ereignisse des vergangenen Jahres informieren. Damit sollen die besten Wünsche für Weihnachten und das neue Jahr verbunden sein. Der gesamte Umfang des Weihnachtsbriefes kann als pdf heruntergeladen werden.

» Download "Weihnachtsbrief 2010"


Medienpreis Entwicklungspolitik für INTERPLAST-Hospital in Nepal
Am 1. Dezember 2010 wurde vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Medienpreis Entwicklungspolitik 2010 im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Berlin verliehen. Der Preis zeichnet journalistische Beiträge aus, die durch außergewöhnliche Qualität das öffentliche Bewusstsein für die Entwicklungspolitik schärfen.
In der Katergorie TV wurde der SWR-Film "Die Himalaya -Klinik - Chirurgen als Entwicklungshelfer" über das langjährige INTERPLAST-Projekt in Nepal mit dem Medienpreis ausgezeichnet. Der Journalist und Filmautor Edgar Verheyen nahm die Auszeichnung aus den Händen von Bundes-Entwicklungsminister Dirk Niebel entgegen. Die Jury lobte den Film und bewertete das INTERPLAST-Hopsital für Verbrennungsopfer als ein wichtiges und vielseitiges Projekt. Dank eines spannenden Filmaufbaus, abwechslungsreicher Bilder und interessanter Interviews würde stets ein excellenter Spannungsbogen erhalten, der den Zuschauer fesselt und von der beeindruckenden Entwicklungsarbeit überzeugt. Dr. André Borsche und SWR Chefredakteur Fritz Frey waren sich zusammen mit Dirk Niebel einig, daß durch solche Medienbeiträge die Bedeutung der Entwicklungspolitik den Zuschauern nahe gebracht und ein unverzichtbarer Beitrag geleistet wird, Freiheit und Verantwortung weltweit und damit gerade auch in den Entwicklungsländern zu stärken. Die Freude über diese Auszeichnung ist gleichzeitig ein Ansprorn und eine Anerkennung für die vielfätigen ehrenamtlichen Aktivitäten von INTERPLAST und ein Dank an die Förderer und Sympathisanten. Gerade in Nepal sind Verbrennungen an der Tagesordnung, denn fast jeder Haushalt kocht und heizt dort mit offenem Feuer. Meistens erleiden Kinder schwere Brandverletzungen, für die es in Nepal keine adäquate medizinische Behandlung gibt, es sei denn sie haben die Chance, in der von INTERPLAST vor 13 Jahren gegründeten Klinik behandelt zu werden. Mittlerweile arbeiten hier von Deutschen ausgebildete nepalesische Ärzte in eigener Regie und werden aber immer noch von INTERPLAST Kollegen betreut. Angestrebtes Endziel ist es die Übernahme des Gesamtprojektes in nepalesische Hände zu ermöglichen. Für den deutschen Projektleiter Hein Stahl aus Hennef, der gerade wieder selber in Nepal tatkräftig im Einsatz ist, und Dr. André Borsche gilt es, in den nächsten 4 Jahren dafür zu sorgen, daß die Hilfe zur Selbsthilfe in Nepal längerfristig Wirklichkeit wird.

Foto: André Borsche (links) freut sich gemeinsam mit Edgar Verheyen (rechts) über den Medienpreis Entwicklungspolitik 2010 für dessen SWR-Film über das INTERPLAST-Hospital in Nepal, überreicht von Bundes-Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel

Ein Jahr Leitung des SKM-Hospitals durch einen nepalesischen Direktor
Am 2.12.2010 fand in Kathmandu eine kleine Jubiläumsfeier anlässlich der einjahrigen Übernahme der Leitung des Hospitals durch Dr, Jaswan Shakya statt. Willkommener Gast war die stellvertretende nepalesische Ministerpräsidentin Sujata Koirala, Tochter der Namensgeberin, die von weiteren hochrangigen Regierungsvertretern begleitet wurde. Unter Beteiligung der gesamten Belegschaft und der gerade anwesenden Gastmediziner Dr. Helmut Tassler und Frau Dr. Christa Baczka aus Deutschland wurde den nepalesischen Gästen in einer eindrucksvollen Präsentation die Leistungsfähigkeit und die grosse Bedeutung des Hospitals für das nepalesische Gesundheitssystem dargestellt. Der Repräsentant von Interplast Germany, Hein Stahl, unterstrich die Notwendigkeit, das Hospital noch besser als bisher in das nepalesische Gesundheitssystem zu integrieren, und versicherte das Bemühen von Interplast Germany, diesen Prozess in den nächsten 5 Jahren aktiv mitzugestalten. Die Minister des Gesundheits- und Finanzministeriums sowie der Vertreter des zuständigen Social Welfare Council zeigten sich beeindruckt. Und so wurden weiter Konsultationen vereinbahrt, um diesen wichtigen Prozess voranzutreiben, um letztlich das Hospital zukunftsfähig zu machen. Dies war sicher ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Lehrkrankenhaus für Plastische Chirurgie in Nepal.

In der Bilderfolge (v. l.) begrüßt Hein Stahl die stellvertretende Ministerpräsidentin bei Ihrer Ankuinft und stellt Dr. Tassler und den medizinische Direktor, Dr. Jaswan Shakya, vor. Dr. Jaswan bei seiner Präsentation. Die Ministerin würdigt die Erfolge des Hospitals im vergangenen Jahr. Im Anschluss an den offiziellen Teil werden die Ergebnisse mit der Regierungsdelegation diskutiert.


Seotember 2010


Munas Geschichte
Dies ist die Krankengeschichte von Muna, einer 24 jährigen jungen Frau aus Sindhupalchok, einem Dorf im mittleren Osten Nepals, wo sie in einer armen Familie mit Mutter und Vater lebte. Sie kam am 12. September 2005 ins SKM-Hospital mit einer angeborenen großen Gefäßanomalie im Gesicht und auf dem Oberkörper. Dr. Jaswan Shakya, der medizinische Direktor des SKMH, und Dr. Hubertus Tilkorn, ein deutscher Gastchirurg mit zahlreichen Einsätzen im Hospital, operierten sie.

Vier Monate nach der Operation waren die Narben fast verheilt.

Inzwischen ist sie seit zwei Jahren verheiratet. Ihr Mann ist Taxi-Fahrer, und beide haben einen 20 Monate alten kleinen Sohn. Sie betreibt zur Zeit einen kleinen Tee-Verkaufsstand in einer Straße der alten Königsstadt Patan.

Das letzte Bild zeigt sie 4 Jahre nach ihrer Operation im SKM-Hospital.

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März 2010


12 Jahre Einsatz für das INTERPLAST-Hospital in Nepal - Ehrenmitgliedschaft für Christa Drigalla
Wer ahnte damals 1997, welchen Glücksgriff Gottfried Lemperle tätigte, als er Christa Drigalla, die Pflegedienstleiterin des Diakoniekrankenhauses Freiburg, als Managerin und Oberin für das Nepalhospital gewinnen konnte. Christa hatte sich schon bei früheren Reisen in das Land Nepal verliebt und wusste bei ihrer ersten Ankunft spontan: Das ist mein Land! So war es eine glückliche Fügung, ihre und unsere Interessen in Einklang zu bringen, und damit eine wichtige Voraussetzung für das Funktionieren eines damals für INTERPLAST noch atypischen Dauerprojektes.

Dem Fernweh nachgebend verbrachte sie die Silvesternacht 1997/98 im Flugzeug nach Nepal, zog unerschrocken in eine Baustelle ein, die mal ihr Wohnhaus im Hospital werden sollte, und begann in feuchtkalten Januartagen ohne Heizung ihren Dienst im Hospital. Vom ersten Tag an war ihre professionelle Vorgehensweise überzeugend und strahlte auch bei den Nepali Respekt und Vertrauen aus. Sie war aber auch seit diesen Gründungstagen die eigentliche Seele des Projektes gewesen. Es trug von Anfang an ihre ganz persönlichen Züge mit dem Schwerpunkt in sozialer Gerechtigkeit und Hilfe für die Schwachen. Allein die Auflistung ihrer vielfältigen Tätigkeiten lässt uns erstaunen, was alles Dank ihrer Ideen und ihrem unendlichen Tatendrang in vielen zusätzlichen Aktivitäten in Nepal Wirklichkeit wurde.

Beim Leben und Arbeiten im Hospital hat der Tag wirklich 24 Stunden und die Woche sieben Tage. Immer präsent sein, sich um alles kümmern müssen und dabei in Wesen und Gemütsverfassung halbwegs konstant bleiben, erfordert eine in sich ruhende und absolut gefestigte Persönlichkeit, die nicht oft zu finden ist. Sicher hat sie auch immer wieder Kraft im Gebet geschöpft.

Während ihrer 12-jährigen Tätigkeit im Hospital hat sie mit Dieter Pape (Febr. 98 - Sept. 99), Andreas Settje (Sept. 99 - März 08) und Robert Schachinger (Sept. 08 - Okt. 09) drei Hospitalchefs erlebt, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Dabei hat sie stets versucht, sich auf Veränderungen einzustellen ohne ihre eigenen Prinzipien zu verlassen. Dies war sicher nicht immer einfach, und dass es letztlich doch immer gelang, ist ein Indiz für ihre herausragende Persönlichkeit. Sie lebte mit Zielstrebigkeit und Strenge, um auch Freiraum für ihr humanitäres und auf sozialen Ausgleich bedachtes Engagement zu gewinnen. So hat sie wirkliche medizinische Basisversorgung in Form eines gut funktionierenden Healthpost außerhalb des Hospitals geschaffen und mit dem landesweiten Bau rauchfreier Öfen in ländlichen Küchen eine vielbeachtete Initiative ins Leben gerufen, die zum Selbstläufer geworden ist und als medizinische Präventivmaßnahme absoluten Vorbildcharakter hat.

In den 12 Jahren waren über 300 Gäste als Volontäre im Hospital. Teams und Einzelpersonen, Chirurgen, Anästhesisten, Zahnärzte, Schwestern und Pfleger, Physiotherapeuten, Techniker und sonstige engagierte Helfer, Studenten oder einfach nur Gäste. Fast alle wurden von ihr persönlich nach oft langen Wartezeiten wegen Verspätungen vom Flughafen abgeholt, im Hospital liebevoll empfangen und einquartiert. Alle Gäste des Hospitals sagen für ihre großartige Gastfreundschaft herzlichst danke.

INTERPLAST war für sie lange Zeit eher ein abstraktes Gebilde, das zwar für sie und das Hospital die finanzielle und technische Absicherung darstellte, ihr aber bei der Bewältigung des Tagesgeschäfts und den Unwägbarkeiten der politischen Instabilität Nepals keine wesentliche Stütze war. Diese strukturelle Lücke hat sie in all den Jahren klaglos und tapfer kompensiert, um ihr eigentliches Anliegen weiter verwirklichen zu können, den unzähligen sozial benachteiligten Menschen zu helfen. Hierfür sind wir ihr zu großem Dank verpflichtet und wollen dies durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft von INTERPLAST zum Ausdruck bringen. Ihr Wirken hat das SKM-Hospital zur Blüte gebracht und damit einer enorm großen Zahl an armen Patienten eine medizinischen Behandlung ermöglicht.

Liebe Christa, es ist absolut legitim und zu akzeptieren, wenn Du nun nach so vielen Jahren nochmal eine neue Herausforderung suchst. Der Verein INTERPLAST sowie alle, die Dich irgendwann im Hospital kennenlernen durften, danken Dir von ganzem Herzen und wünschen Dir in einem neuen Projekt Erfüllung, Kraft und Gottes Segen.

Mit Hein Stahl, der diese Laudatio für das INTERPLAST-Symposium am 6. März 2010 verfasste, danken und gratulieren alle, die Christa Drigalla in Nepal erlebt haben.


Dezember 2009


Besuch der Aussenministerin im Hospital
Frau Sujata Koirala, die neue Außenministerin Nepals und Tochter der vor 20 Jahren tödlich verletzten Sushma Koirala, nach der auch unser Hospital benannt ist, besuchte ganz überraschend mit umfangreicher Begleitung das Hospital. Sie wollte sich über die Situation und die Operationstätigkeit ein aktuelles Bild machen. Dies darf sicherlich als besondere Geste der Anerkennung der dort von allen geleisteten Arbeit verstanden werden. Sie überreichte dem Hospital eine große Vase und dem Interplast-Projektleiter Hein Stahl einen silbernen Becher. Nach einem Rundgang rundeten Gespräche mit der Hospitalleitung, der Belegschaft und dem gerade als Gastchirurg anwesenden deutschen Arzt Dr. Helmut Tassler den hohen Besuch ab. Der Stolz und die Freude aller Beschäftigten wirkte noch lange nach.


Zusätzliche Wasserversorgung
Die noch nie gekannte Trockenheit in der ersten Jahreshälfte 2009 zwang das Hospital nicht nur dazu, einen zusätzlichen Tiefbrunnen auf dem Hospitalgelände zu errichten, sondern auch nach einer längerfristigen und leistungsfähigen Verbesserung der Wasserversorgung von außen zu suchen. Das angrenzende Dorf Salambutar war ebenso von der anhaltenden Trockenheit betroffen, und so entstand der Plan einer Kooperation zwischen dem Dorf und dem Hospital mit dem Ziel, eine weitere Quelle in dem Waldgebiet auf der dem Hospital gegenüberliegenden Seite des Flusstals zu erschließen. Es galt, zwei Brunnenschächte mitten im Wald zu errichten und ca. 500 m Wasserleitung an sehr schwierigen Steilhängen zu verlegen. Das Hospital erklärte sich bereit, die Planungsarbeit und die Bauleitung zu übernehmen sowie die Materialkosten zu tragen, während das Dorf die gesamte Arbeitsleistung zu vollbringen hatte.

Nach nur 3 Wochen war das Werk vollbracht. Mit einem freudigen "Wasserfest" wurde an Ort und Stelle die neue Leitung unter der Beteiligung des gesamten Dorfes in Betrieb genommen. Hein Stahl erhielt als Bauleiter und Vertreter des Hospitals von der Dorfbevölkerung in einem kleinen feierlichen Akt eine Dankurkunde überreicht. Insgesamt ein schönes Beispiel einer gelungenen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit zum Nutzen beider Seiten und zur Festigung des guten Verhältnisses mit dem Dorf.


Ofenprojekt
Besonders in den ländlichen Gegenden Nepals bildet die Küche mit offener Feuerstelle den Lebensmittelpunkt in jedem Haus. Wegen der Wärme findet zumindest in der kalten Jahreszeit das Familienleben rund um die Kochstelle statt. Kleinkinder werden zum Schlafen in die Nähe des Feuers gelegt und sind damit erhöhter Gefahr der Verbrennung oder Verbrühung ausgesetzt. An den sogenannten "modernen" Kerosinkochern kommt es häufig zu Verpuffungen, die meist bei den Frauen schreckliche Verbrennungen unterschiedlichen Grades zur Folge haben. Die Stoffe der Saris fangen schnell Feuer und brennen wie Zunder. Kinder stürzen beim Spielen hinein und ziehen sich großflächige Brandwunden zu. Bei ausbleibender sachgerechter Versorgung der Wunden resultieren daraus schwere Narbenschrumpfungen mit ausgeprägten Narbenwucherungen. Diese führen in der Regel zu gravierenden Entstellungen, zu Wachstumsstörungen und erheblichen Bewegungseinschränkungen.

Da Kamine unbekannt sind, verursacht der Rauch dieser Feuerstellen entzündliche Atemwegs- und Lungenerkrankungen, die oft ein Leben lang anhalten und der Grund für die "laufenden Nasen" und den Husten fast aller Kinder sind. Chronische Augenentzündungen führen zu dauerhaften Erkrankungen.

Die Lösung ist eine Ummauerung der Feuerstelle mit selbst hergestellten Lehmsteinen, wobei die Öffnungen für den Kesseleinsatz an die Kesselgröße der Familie angepasst werden. Ein kleiner gemauerter Kamin leitet die Abgase und den Rauch nach außen. Dadurch wird die Küche annähernd rauchfrei, die Töpfe stehen sicher in den angepassten Herdmulden und der Holzverbrauch wird auf fast die Hälfte reduziert. Solch ein rauchfreier Ofen kostet incl. Material und Arbeitslohn für den Ofenbauer um die 8 Euro! Durch die Initiative von Christa Drigalla, der langjährigen Oberin und Managerin des Hospitals, wurden Ofenbauer gefunden, die unter Mithilfe der Hausherren mit geeignetem Material Ofen und Ofenrohr erstellen. Innerhalb eines Tages kann eine solche Arbeit erledigt werden. Inzwischen konnten über 1500 öfen in vielen Dörfern landesweit erstellt werden.

Nach dem Weggang von Christa Drigalla hat sich das SKMH entschlossen, dieses Projekt in das allgemeine Gesundheitsprogramm des Hospitals mit aufzunehmen. Die Idee ist, es erst gar nicht zu Verbrennungen kommen zu lassen, um damit das Problem an der Wurzel zu packen. Spenden mit dem Hinweis "Öfen" können auf das normale Spendenkonto für das Hospital überwiesen werden und werden in vollem Umfang für das Ofenprojekt zielgerichtet eingesetzt.


November 2009


Übergabe der Leitung an Dr. Jaswan Shakya
Anfang November 2009 hat das SKM-Hospital einen bedeutsamen Schritt der Übertragung von Verantwortung an nepalesisches Personal vollzogen. Der nepalesische Arzt, Dr. Jaswan Shakya, der schon seit 2005 erfolgreich im Hospital arbeitet, wurde mit der Medizinischen Leitung betraut. Ihm wurde vom scheidenden Medizinischen Direktor, dem österreichischen Plastischen Chirurgen Dr. Robert Schachinger, der symbolische Hospitalschlüssel überreicht. Dies geschah in feierlichem Rahmen im Beisein des INTERPLAST-Projektleiters Hein Stahl sowie des Repräsentanten der nepalesischen Partnerorganisation SKM-Trust, Mr. Hari Dhungana, sowie der gesamten nepalesischen Belegschaft und der anwesenden Gastmediziner. Alle beglückwünschten Ihn zu seiner neuen verantwortungsvollen Aufgabe und wünschten ihm für die bevorstehende Tätigkeit alles Gute und eine glückliche Hand.


Wahl einer Personalvertretung
Am 02. November wurde im SKM-Hospital erstmalig eine Personalvertretung gewählt. Bestärkt durch die demokratische Entwicklung im Lande sowie motiviert durch die Kommunistische Partei, die in der benachbarten Stadt Sankhu besonders aktiv ist, hatte ein Teil der Belegschaft seit Juni die Gründung einer eigenen Gewerkschaft (Union) im Hospital gefordert. Das elementare Grundprinzip von INTERPLAST, stets strikte politische Neutralität zu wahren, stand dazu im Widerspruch, und so einigte man sich auch unter Berücksichtigung der nepalesischen Gesetzeslage auf eine freie und geheime Wahl einer Personalvertretung für die gesamte Belegschaft. Diese verpflichtete sich sowohl die Interessen der Einzelnen als auch die Interessen des Hospitals zum Wohle der Patienten gleichermaßen zu vertreten. Hein Stahl wurde zum Wahlleiter bestimmt, und Dr. Jeswan Shakya assistierte zusammen mit Trudi Reske als Beobachter und Helfer. Es war eine Lehrstunde für demokratische Entscheidungsfindung, und am Ende waren nicht nur die 7 Personalräte recht stolz. Renulal vom Labor erhielt die meisten Stimmen und wurde zum Vorsitzenden ernannt. Vertreter der ärzte und Schwestern, der Zahnstation, der Fahrer und des Reinigungspersonals sind nun Mitglieder im Personalrat mit einer Amtszeit von 2 Jahren.

Inzwischen wurde die erste Sitzung abgehalten, welche sehr konstruktiv und in guter Atmosphäre verlief. Es ist zu hoffen, dass alle zum Wohl des Hospitals und der Patienten ihr Bestes tun und dass die Zusammenarbeit zwischen Leitung und Mitarbeitern sich durch die Institution Personalrat noch verbessert.


Oktober 2009


Abschied von Christa Drigalla
Am 28.10.2009 mussten sich die Mitarbeiter des SKM-Hospitals von den bisher wichtigsten Führungspersonen verabschieden.

Seit den Gründungstagen des INTERPLAST-Krankenhauses ist Christa Drigalla die Seele des Projektes gewesen. Schon 1997 hatte sie zusammen mit Prof. Dr. Dr. Dieter Pape im alten Gebäude und seinem einfachen OP mit der Behandlung von Nepalesen mit angeborenen oder erlittenen Gesichtsdefekten begonnen. Als Oberin des Diakonie-Krankenhauses Freiburg brachte sie alle fachlichen und vor allem menschlichen und sozialen Fähigkeiten mit, um das Krankenhaus unter den noch recht primitiven Verhältnissen zu betreiben. Schnell konnte sie Verbesserungen erzielen und mit Spenden und Sachleistungen aus Deutschland die Qualität des Hospitals bemerkenswert erhöhen. Stets war sie mit Rat und Tat zur Stelle. Den Umbau des Hospitals unter Dr. Settje und Hein Stahl unterstützte sie in allen Bereichen, sorgte für die korrekte Finanzabwicklung und hielt den Kontakt zu der finanzierenden Spendenorganisation INTERPLAST. Nebenbei half sie bei vielen sozialen Aktivitäten - hier sind vor allem die Kaminbau-Aktion, Hygieneerziehung, die Schaffung von Health Posts und die Einrichtung von Nähschulen zu nennen. Sie half in vorderster Linie, den neuen Hospitalchef, Dr. Robert Schachinger, vor einem Jahr in sein neues Amt einzuführen.

Christa Drigalla verläßt das Hospital, aber nicht den Subkontinent. Im indischen Darjeeling wird sie ein neues Projekt zur Hilfe für arme Menschen übernehmen. Alle Beteiligten und Freunde des Hospitals bedauern ihren Weggang, danken ihr für ihren selbstlosen Einsatz und wünschen ihr für ihren neuen Lebensabschnitt viel Glück und für ihre neue Aufgabe viel Erfolg .


August 2008


Syndaktylie
Einzelne zusammengewachsene Finger (Syndaktylie) sind bei Menschen in Nepal häufig anzutreffen. Eine Besonderheit stellt dennoch der Fall einer Familie moslemischen Glaubens aus Südnepal dar, deren 8-jähriger Sohn Adil Mansur (Bildmitte) und die beiden Töchter Sirisha Khadka (4, rechts im Bild) und Sairule Khatoon(10, links im Bild) alle diese Missbildung hatten, teilweise begleitet von Fehlstellungen der Finger. Eltern und Großeltern besaßen normal ausgebildete Hände. Bei der Operation konnten die einzelnen Finger erfolgreich getrennt werden, so dass die Kinder Ihre Hände nun wie andere Kinder gebrauchen können.


Juli 2008


Zwischen Aufnahme und Entlassung der 4 jährigen Armara liegen 10 Monate und sechs , z.T. massive operative Eingriffe. Das kleine Mädchen hat sich von einem in sich gekehrten schwerst behinderten Menschen zu unserem Hospital-Sonnenschein entwickelt. Sie erlitt als Baby schwerste Verbrennungen, als sie in das offene Herdfeuer im elterlichen Bauernhaus fiel. Behandlung war in ihrem Dorf nur mit "herbal medicine" (Kräutern) möglich gewesen. Der Vater, der die Kleine die ganze Zeit begleitete, hatte gar nicht mehr geglaubt, dass eine Korrektur ihrer entstellenden Narben möglich sei, und eigentlich die Hoffnung aufgegeben. Außenmitarbeiter der Organisation Handicap International (HI) hatten das Mädchen in dem entlegenen Dorf im entfernten Westen Nepals entdeckt und ins SKM-Hospital gebracht. Nun konnte es erst mal wieder zur Familie in ihr Dorf zurückkehren. Es werden jedoch noch weitere Behandlungen folgen.
In diesen Tagen wurde auch der neue Kooperationsvertrag mit HI unterzeichnet, durch den für dieses Jahr 150 ähnliche Fälle im SKMH mit finanzieller Unterstützung von Handicap International behandelt werden können. Das ist eine große Unterstützung für die ärmsten der Armen, die oft gar nicht einmal über Behandlungsmöglichkeiten informiert sind, geschweige denn daran denken können, in die Stadt zu einem Hospital zu reisen.


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Sankhu - Nepal, die Heimat des SKM-Hospitals, liegt in der Nordostecke des Kathmandutals cirka 16 km von der Hauptstadt Kathmandu entfernt.
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